Karel KolomaznikEine Lösung für giftige Lederabfälle

Veröffentlicht: 1998clockLesezeit: 40s
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Seit 40 Jahren entwickelt Karel Kolomaznik in seinem tschechischen Labor Methoden, um riesige Mengen industrieller Lederabfälle zu recyceln.

OrtTschechische Republik

Von Argentinien bis Indien haben weltweit 260 Unternehmen, 1000 Gerbereien und viele Tausend Menschen von der Forschungsarbeit des Chemieprofessors Karel Kolomaznik profitiert, der Verfahren entwickelte, die potenziell giftigen Abfälle der Lederindustrie zu recyceln.

Der Begriff ,Abfall‘ ist sehr relativ. Wenn Abfall erfolgreich wiederverwendet werden kann, müssen wir unsere Ansicht darüber ändern und eine neue Philosophie entwickeln. Denn der Abfall eines Industriezweigs kann für einen anderen ein wertvoller Rohstoff sein.

Beim Gerben von einer Tonne roher Tierhäute entstehen 200 kg Leder-Endprodukt, 250 kg ungegerbte feste Abfallstoffe, 200 kg gegerbte Abfälle, 50 000 kg Abwasser und insgesamt 8 kg Chrom, ein äußerst umweltgefährdender Giftmüll. Es geht dem Professor nicht allein um den Schutz der Umwelt vor potenzieller Verschmutzung durch die Gerberei, sondern darüber hinaus darum, aus dem Abfall eine ganze Palette neuer Produkte zu schaffen – von Material für Wurstpellen über Klebstoffe für die Holzindustrie bis hin zu Gelatine-Zusätzen für Tierfutter und Biodiesel.

Für seine Verfahren erhielt Kolomaznik zehn nationale und zwei EU-Patente. Gemeinsam mit seinen Studenten veröffentlichte er über 120 Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften.

In letzter Zeit bemüht er sich, die Anwendung seiner Erkenntnisse auf Asien auszuweiten, wohin das Gros der Gerberei verlagert wurde, sowie auf andere Fachgebiete wie die Pharma- und Kosmetikindustrie, die Plastikherstellung, die Bau- und Landwirtschaft.

  • 1 Tonne

    Zur Produktion von 200 kg Leder wird eine Tonne roher Tierhäute benötigt

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