Preisträger der Rolex Preise 2019

João Campos-Silva

Der größte geschuppte Süßwasserfisch der Welt – der riesige Arapaima – ist vom Aussterben bedroht. Der brasilianische Fischereiökologe João Campos-Silva hat in enger Partnerschaft mit örtlichen Vereinen und führenden Vertretern der Fischer einen Plan aufgestellt, wie nicht nur der Arapaima zu retten ist, sondern auch der Lebensunterhalt, die Nahrungsmittelversorgung und die Kultur der indigenen Völker, deren Überleben von den Flüssen der Region abhängt.

Der Arapaima ist ein fantastischer Fisch. Er ist sehr groß – bis zu 3 Meter lang und 200 Kilo schwer. Er ernährt seit Urzeiten die Menschen in Amazonien, sagt er. Aber Überfischung, Habitatfragmentierung und Wasserverschmutzung haben dessen Populationen in vielen Orten an den Rand des Aussterbens gedrängt.

Campos-Silva hat bereits bewiesen, dass der Fisch gerettet werden kann. Der Schutz von durch Flüsse verbundene Seen im westlichen Amazonas hat eine spektakuläre dreißigfache Erholung der lokalen Arapaima-Bestände ermöglicht. Der Schutz der Seen hat auch die Seekuh-, Riesenotter-, Riesenschildkröten- und Mohrenkaiman-Bestände vor dem sicheren Aussterben bewahrt, während die sich erholenden Fischbestände den gefährdeten Waldbewohnern tausende von Dollar neues Einkommen bringen.

Lokale Gemeinschaften haben dabei geholfen, dass sich die Bestände des größten geschuppten Fisches der Erde erholen konnten.

João Campos-Silva

Der 36-Jährige möchte dieses lokale Experiment in 60 weiteren Gemeinschaften außerhalb von Schutzgebieten wagen. Sein Ziel ist es, die Fischbestände in nur drei Jahren zu vervierfachen. „Mit dem zusätzlichen Einkommen können Schulen und Krankenstationen gebaut sowie Arbeitsplätze in der Fischerei und in der Fischereibewirtschaftung – insbesondere für Frauen – geschaffen werden, so Campos-Silva. Die Rettung des Fisches ist somit ein Mittel zur Armutsbekämpfung.

Der Arapaima ist der Fisch geworden, der den Amazonas verändern wird. Die Tatsache, dass lokale Gemeinschaften sich um diese Fischart kümmern, stimmt viele Menschen optimistisch.“ Campos-Silva hofft, dass die Idee, die Tier- und Pflanzenwelt zu retten, um menschlichen Gemeinschaften zu helfen, im Laufe der Zeit weltweite Verbreitung finden wird.