Rolex und National GeographicDie „Eis-Stupas”, die den Himalaya bewässern könnten

Veröffentlicht: November 2017clockLesezeit: 1 min 05 s
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In der Wüste werden künstliche Gletscher genutzt, um Pflanzen anzubauen.

VON NINA STROCHLIC

Hoch im Himalaya blüht eine Wüste auf.

Der Klimawandel hat die Gletscher in der indischen Region Ladakh schrumpfen und Niederschlag und Temperatur unberechenbar werden lassen. Wasser wird zur Bewässerung der Flächen benötigt, auf denen im Frühling Gerste, Äpfel und andere Feldfrüchte angebaut werden. Doch das Schmelzwasser von den Gletschern kommt erst im Sommer. Um den Bauern verdorrte Ernten zu ersparen, hat Ingenieur Sonam Wangchuk einen Weg gefunden, die Gletscher zu den Menschen zu bringen.

Im Jahr 2015 erschuf Wangchuck mit über Crowdfunding gesammelten 125.000 US-Dollar (ca. 100.000 Euro) einen knapp 20 Meter hohen „Eis-Stupa“ – ein künstlicher Gletscher. Er entstand, indem man Bergflüsse ins Dorf Ladakhi umleitete. Das Wasser spritzt wie ein Geysir aus einem horizontal angebrachten Rohr, gefriert kegelförmig zu Eis und hat damit die Form eines buddhistischen Schreins. Es wurde so konzipiert, dass es gefroren bleibt, bis die Frühlingssonne die Felder erwärmt.

Und tatsächlich begann Wangchucks Prototyp im April zu schmelzen und bewässerte eine Fläche mit frisch gepflanzten Pappeln. Im Juni, als die normale Gletscherschmelze die Region erreichte, war der Eis-Stupa größtenteils verschwunden.

Jetzt verlegt Wangchuck eine Pipeline um weitere 50 Stupas zu produzieren. Jeder von ihnen wird mit je 10 Millionen Liter Wasser jeweils 10 Hektar Land bewässern.

Sein Projekt hat sich auf den Dächern der Welt herumgesprochen. Im vergangenen Jahr hat Wangchuck Europas ersten Eis-Stupa in den Schweizer Alpen errichtet und dieses Jahr wird er daran arbeiten, einen Gletschersee in Indien wieder einzufrieren, um Springfluten zu verhindern.

Der Erfinder – dessen bisherige Projekte solarbetriebene Gebäude und effiziente Kochherde beinhalteten – gewann den Rolex Award for Enterprise im Jahr 2016. Er nutzte die gewonnen Preise, um eine Universität für den gesamten Himalaya zu gründen, die sich mit den Umweltproblemen der Region befassen wird.

National Geographic erstellte diesen Inhalt im Rahmen der mit Rolex eingegangenen Partnerschaft zur gemeinsamen Förderung von Erforschung und Entdeckung und zur Erhaltung des Planeten. Mit vereinten Kräften setzen sich beide Unternehmen dafür ein, Entdecker bei ihrer bahnbrechenden Arbeit zu unterstützen, den Weg für ihre Nachfolger zu ebnen und die Wunder unserer Erde zu schützen und zu bewahren.

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