Luc-Henri FageDie alte Kunst der Kommunikation

Veröffentlicht: 2000clockLesezeit: 45s
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Der französische Höhlenforscher Luc-Henri Fage entdeckte vor fast 30 Jahren in Kalimantan prähistorische Höhlenmalereien, deren Bewahrung er sich zur Aufgabe gemacht hat.

OrtIndonesien

Tief im Dschungel der indonesischen Insel Borneo liegen Höhlen, die Tausende erstaunliche Felsmalereien bergen, einige über 14 000 Jahre alt und oft mit Abbildungen von schablonierten Händen. Als der Forscher, Speläologe und Dokumentarfilmer Luc-Henri Fage 1988 die ersten dieser Kohlezeichnungen entdeckte, war ihm ihre besondere Bedeutung sofort klar, und er setzte alles daran, die Aufmerksamkeit der Welt auf diese vor­geschicht­lichen Meisterwerke zu ziehen und für ihre Bewahrung zu sorgen.

Bevor wir dorthin gereist sind, war noch kein einziger Archäologe jemals in Kalimantan gewesen, ein Gebiet so groß wie Frankreich.

Zusammen mit den Archäologen Jean-Michel Chazine (Frankreich) und Pindi Setiawan (Indonesien) unternahm Fage zahlreiche oft gefährliche Expeditionen in der Region, wobei in den Karstbergen immer neue Höhlen und Malereien aufgespürt wurden. Die „Negative“ von Händen – erzielt durch fein gemahlene Farb­pigmente, die mit dem Mund oder durch ein Röhrchen über die an die Wand gepresste Hand geblasen wurden – sind das dominanteste Motiv in den Höhlen Kalimantans. Da viele dieser Hände mit symbolischen Zeichnungen übermalt wurden, die in dieser Art weltweit nur hier zu finden sind, vermuten Fage und seine Kollegen, dass sie eine Art Kommunikations­code darstellen.

Diese Kunstwerke, die so unendlich lange überlebt haben, sind heute vielen Bedrohungen ausgesetzt. 2011 schrieb Fage als Co-Autor das Buch Borneo, Memory of the Caves (Borneo, Erinnerung der Höhlen), um sein Ziel zu unterstützen, ein Naturschutzgebiet in den Marang Bergen einzurichten, wo die erstaunlichsten Höhlenzeichnungen zu finden sind. Außerdem drehte er zwei Filme über seine Entdeckungen. Er hofft darauf, die indone­sische Regierung davon überzeugen zu können, die Kohleminen und Zementwerke zu bremsen, die den Kalkstein der Karstberge massiv abbauen, und stattdessen auf Ökotourismus und nachhaltige Entwicklung zu setzen.

  • 30

    immer wieder auftauchende Motive von Händen mit symbolischen Punkten, Geraden und Zickzacklinien wurden von Fage katalogisiert

  • 1938

    schablonierte Hände und andere Zeichnungen aus rund 40 Höhlen auf Borneo wurden bis 2011 entdeckt

  • 10 000–25 000

    Jahre sind die Höhlenmalereien auf Borneo alt

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