Vreni HäussermannDie unberührten Tiefen Patagoniens

Veröffentlicht: 2016clockLesezeit: 55s
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Der chilenische Teil Patagoniens ist ein windgepeitschtes Gewirr von Fjorden, Kanälen und Inseln. Die deutsch-chilenische Biologin und Unterwasserforscherin Vreni Häussermann hat ihr Leben der Erkundung und dem Schutz dieses Hotspots der Biodiversität gewidmet.

OrtChile, Patagonien

Vreni Häussermann erinnert sich genau an den Augenblick, in dem sie sich in die menschenleeren Fjorde im chilenischen Teil Patagoniens verliebte, die sie heute zu schützen sucht. Während einer Forschungsexpedition 1997 kamen sie und ihr Kollege Günter Försterra, ihr späterer Ehemann, in diese ganz eigentümliche Landschaft, die von schneebedeckten Gipfeln und dem tosenden Meer geprägt ist.

Hier habe ich gelernt, Geduld zu haben. Manchmal laufen die Dinge nicht nach Plan und deshalb sollte man immer einen Plan B haben.

Zwanzig Jahre später erforscht sie diese Gegend immer noch. Gemeinsam mit ihrer Familie verbringt Häussermann eine Woche pro Monat in der Forschungsstation Huinay, deren wissenschaftliche Leiterin sie seit 2003 ist. Ihre Stelle wird von ENEL finanziert und ist an die Katholische Universität von Valparaíso angegliedert. Sie verbindet Erforschung und Wissenschaft und versucht, die Öffentlichkeit für Schutzprogramme zu gewinnen, indem sie über die Verschmutzungen aufklärt, die von der Lachszucht und anderen menschlichen Aktivitäten verursacht werden, und die zur Destabilisierung des Ökosystems beitragen. 2015 und 2016 wurde ein Massensterben von Walen und anderen Arten wie Sardinen, Quallen und Weichtieren beobachtet, dessen Gründe noch nicht abschließend geklärt sind.

Um das wachsende Umweltbewusstsein der Chilenen weiter zu fördern, will Häussermann in einem Blog über ihre Expeditionen berichten. Ihre Tauchexpeditionen beschränkten sich bisher auf eine Tiefe von bis zu 30 Metern. Der Rolex Preis wird ihr erlauben, ein fern­gesteuertes Unter­wasser­fahrzeug einzusetzen, das bis in eine Tiefe von 500 Metern vordringt und ihr die Dokumentation des Lebens unter Wasser ermöglicht, wie es nie zuvor zu sehen war. An Land plant sie eine Wander­aus­stellung und einen Kurzfilm über das chilenische Patagonien, die auf dem vierten internationalen Kongress über Meeres­schutz­gebiete gezeigt werden sollen, der 2017 in Chile stattfindet. Häussermann will diese Gelegenheit nutzen, um die für Umweltfragen zuständigen Behörden zu veranlassen, Teile der Fjordregion zu Meeres­schutz­gebieten zu erklären.

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    tote Wale entdeckte Häussermanns Team 2015 bei einer Expedition

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Rolex Preise für Unternehmungsgeist

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