Der Rolex National Geographic Explorer of the Year Award würdigt Forscher, die sich für die Erhaltung unseres Planeten engagieren und drängende Anliegen, Aufschlüsse und Herausforderungen beleuchten, denen wir heute gegenüberstehen.
2019 wird der Award an die Okavango Wilderness Projektgruppe vergeben. Das Team hat die vergangenen vier Jahre damit verbracht, entlegene Flüsse in drei Ländern zu erkunden, um die Wasserquellen zu bewahren, die Botswanas Okavangodelta – eines der letzten wilden Feuchtgebiete unseres Planeten – versorgen.
Into the Okavango von National Geographic Documentary Films berichtet über die außergewöhnliche Expedition quer durch drei Länder zum Okavangodelta.
INTO THE OKAVANGO
EINE REISE IN DIE WILDNIS
Das Flussgebiet des Okavango ist eines der größten Süßwasserfeuchtgebiete im Süden Afrikas und die Hauptwasserquelle für eine Million Menschen. Sein Delta befindet sich im Norden Botswanas und ist eines der artenreichsten Gebiete Afrikas. Allerdings ist die Zukunft des Deltas ungewiss. Sein Zustand ist mit dem jener Flüsse verknüpft, die in Angola entspringen, dann zusammenströmen und durch Namibia nach Botswana fließen. Diese Flüsse sind wesentlich für die Zukunft der Region, werden aber derzeit außerhalb von Botswana nicht geschützt.
WAS AUF DEM SPIEL STEHT
Das WasserDurchschnittlich fließen jedes Jahr 9,5 Billionen Liter Wasser durch das Wassereinzugsgebiet des Okavango, wodurch eine Million Menschen mit Wasser versorgt werden und ein Rückzugsgebiet für Wildtiere geschaffen wird. Mehr als 95 Prozent des Wassers, das zum Delta fließt, stammen von Regenfällen im Hochland Angolas. Der Schutz dieser Quellflüsse ist der Schlüssel zur Bewahrung des Artenreichtums an diesem einzigartigen Ort.
Die BiodiversitätDas Okavangodelta ist eines der größten Süßwasserfeuchtgebiete im Süden Afrikas und beheimatet mehr als 1.000 Pflanzenarten, mehr als 480 Vogelarten, 130 Säugetierarten und zahlreiche Reptilien- und Fischarten. Bislang hat das Expeditionsteam 11 wissenschaftlich noch nicht erfasste Arten entdeckt, über 60 für die Wissenschaft potenziell neue Arten und über 90 Arten, von denen nicht bekannt war, dass es sie in Angola gibt.Die lokalen GemeinschaftenDie Gemeinschaften nahe den Quellgebieten des Okavango sind hauptsächlich bantustämmig und in ihrem Glauben und ihren Bräuchen stark portugiesisch geprägt. Viele Dörfer, die das Expeditionsteam besuchte, sind in den 1940er Jahren gegründet worden, wurden aber während Angolas Bürgerkrieg verlassen. Die Dorfgemeinschaften kehrten erst nach Kriegsende im Jahr 2002 zurück.
Seit 2015 wagt sich eine Gruppe furchtloser Forscher und Umweltschützer durch unbekannte Regionen Angolas, um die maßgeblichen Flusssysteme, die in das Okavangodelta fließen, umfassend zu untersuchen. Unter der Leitung von National Geographic Fellow Steve Boyes hat das Team, zu dem auch die angolanische Ichthyologin und National-Geographic-Forscherin Adjany Costa, der erfahrene Guide Tumeletso „Water“ Setlabosha und Dutzende andere gehören, mehr als 60 für die Wissenschaft potenziell neue Arten entdeckt, Umweltprobleme der Region dokumentiert und sich mit der Regierung Angolas zusammengetan, um einen Plan zum Schutz der Region für zukünftige Generationen zu entwickeln.
Dies ist eine der letzten großen Möglichkeiten, die Natur zu schützen, und wir haben die seltene Chance, noch eingreifen zu können bevor wir den Krisenpunkt erreichen.
Die Person, die ich war, als ich mit dieser Expedition begonnen habe, ist eine völlig andere, als die Person, die ich am Ende war. Die Erkundungsreise hat meine Sichtweise auf alles verändert, auch darauf, was es bedeutet, Angolaner zu sein.
Das ist der Ort, von dem wir lange Zeit geträumt haben, jetzt sind wir genau hier. Das ist der Ort, nach dem wir suchen.
DER AWARD
Der von Rolex präsentierte jährliche Award würdigt Menschen, die wissenschaftliche Entdeckungen machen und diese zum Nutzen der Welt mit der Öffentlichkeit teilen. Mit dem Award wird in der Regel eine Einzelperson ausgezeichnet, die erheblich zu Forschung und Storytelling beigetragen hat.