Pablo García BorborogluVom Aussterben bedrohte Pinguine retten

Veröffentlicht: 2019icon-clockLesezeit: 1min 52s
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Seit 1960 sind zwei Drittel der Seevögel verschwunden, darunter gehören die Pinguine zu den am stärksten gefährdeten Arten. Dieser alarmierende Rückgang veranlasste den argentinischen Umweltschützer Pablo García Borboroglu dazu, eine internationale Kampagne gegen die wichtigsten Bedrohungen durchzuführen, denen die Seevögel ausgesetzt sind. Zu den Maßnahmen gehören die Erfassung wichtiger Daten, um zu verstehen, wie das Überleben der Pinguine unterstützt werden kann, sowie ein internationales Bildungsprogramm, das lokale Gemeinschaften und Schulen zur Förderung des Bewusstseins einbezieht. Außerdem steht die Zusammenarbeit mit lokalen und nationalen Regierungen und Grundbesitzern auf dem Plan, um die Entscheidungs­findung bei Belangen, die den Schutz der Pinguine betreffen, zu verbessern und bei der Zuteilung und dem Schutz neuer Meeresschutz­gebiete zu helfen.

OrtArgentinien

„Von den 18 auf unserem Planeten lebenden Pinguinarten gilt laut der Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature) über die Hälfte als bedroht. In den letzten 30 Jahren verschlechterte sich die Situation von 14 dieser Arten weiter“, erklärt García Borboroglu, Gründer und Präsident der Global Penguin Society.

„Pinguine sind hervorragende Indikatoren für den Gesundheitszustand der Ozeane, weil sie auf alle Veränderungen in ihren Lebensräumen sehr sensibel reagieren. Sie sind nicht nur an Land beim Nisten bedroht, sondern auch im Meer, wenn sie Tausende von Kilometern schwimmen, um Futter zu finden oder zu migrieren. Aus diesem Grund sind sie Gefahren wie dem Klimawandel, Umwelt­verschmutzung und Miss­management im Fischerei­sektor ausgesetzt. Aber auch an Land wirken sich menschliche Eingriffe oder die Einführung neuer Raubtiere auf die Pinguine aus“, bemerkt er.

„Überfischung und Klimawandel haben verheerende Auswirkungen auf die Pinguine, denn die dadurch hervorgerufene Futterknappheit zwingt die Vögel zur Nahrungsbeschaffung für ihre Küken immer weiter weg von ihren Kolonien: Sie schwimmen hunderte von Kilometern, um ihr Futter zu finden. Wenn sie zurückkommen, sind ihre Küken oft bereits verhungert.“

Es gibt 18 Pinguinarten auf dem Planeten und über die Hälfte dieser Arten gilt als bedroht.

Pablo García Borboroglu

García Borboroglu widmet sich seit über 30 Jahren der Erforschung und dem Schutz von Pinguinen. Mit seiner Arbeit begann er in den 1980er Jahren, als er miterlebte, wie jährlich 40.000 der Tiere als Folge von Ölkatastrophen in Patagonien starben, und versuchte, sie zu retten. „Als ich den ersten Pinguin wieder in die freie Wildbahn entließ, machte es ‚klick‘ – ich erkannte, dass eine einzelne Maßnahme eine große Wirkung haben kann, weshalb ich beschloss, es richtig anzugehen.“

Sein Projekt umfasst drei Komponenten: Wissenschaft, Bildung und Management von Pinguinarten und ‑lebensräumen.

Zunächst werden wissenschaftliche Kenntnisse über wichtige Aspekte der Biologie und Ökologie von drei bedeutsamen Pinguinarten in Argentinien, Chile und Neuseeland gewonnen, die nützlich sind, um faktenbasierte Empfehlungen für den Schutz zu geben.

Als Zweites werden lokale Gemeinschaften und Schüler in die Erforschung und den Schutz von Pinguinen in Argentinien und Chile miteingebunden. Dazu gehören auch Schulausflüge zu Pinguinkolonien, Reinigungsaktionen an Küsten zum Schutz der Pinguine, die Entwicklung nachhaltiger Ökotourismuspläne und die Erstellung eines Online-Bildungsmoduls für den weltweiten Einsatz.

Als Drittes arbeitet García Borboroglu derzeit mit Regierungen und Grundbesitzern zur Verbesserung der Entscheidungsfindung zum Schutz der Pinguine zusammen. Dabei kommen die wissenschaftlichen Kenntnisse zum Einsatz, die er zur Entwicklung anpassungs­fähiger Management­strategien und zur Unterstützung des Prozesses der Festlegung von Meeresschutz­gebieten (MPA – Marine Protected Areas), die die Nistplätze und Nahrungsgebiete der Pinguine schützen, anwendet.

„Durch Pinguine arbeiten wir für den Schutz der Meere – und die Ozeane sind äußerst wichtig für die Lebensqualität auf diesem Planeten, da sie Nahrung und Sauerstoff liefern und das Wetter auf dem gesamten Planeten regulieren. Dieses Projekt ist zur Beseitigung erheblicher Umweltprobleme von großer Bedeutung – es handelt sich dabei um ein weltweites Problem.“ Sein Einsatz ist bereits 1,6 Millionen Pinguinen zugute gekommen, es wurde Lebensraum im Umfang von 13 Millionen Hektar (32 Millionen Morgen) gesichert und Tausende von Kindern haben an lehrreichen Aktivitäten teilgenommen.

  • 18

    Pinguinarten leben auf unserem Planeten

  • 50 %

    von ihnen gelten als bedroht

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