Laurent PordiéNeues Leben für eine alte Medizin

Veröffentlicht: 2000clockLesezeit: 45s
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Im hintersten Ladakh konnte der französische Ethno-Pharmakologe Laurent Pordié das Aussterben einer tibetischen Kräutermedizin verhindern.

OrtLadakh

In den späten 1990er-Jahren wurden die Gemeinden von Ladakh fragmentiert, was eine soziale Mobilität nach sich zog. Als Folge dieses Phänomens drohte das Verschwinden der Amchis, jener tibetischen Heilkundigen, die für mindestens die Hälfte der 250 000 Ladakhis die einzig verfügbare medizinische Hilfe darstellen.

Die Amchi-Heilkunst muss erhalten bleiben, denn sie spielt eine entscheidende soziale Rolle im Dorfleben.

Pordié nutzte das Rolex Preisgeld, um in Ladakh eine Schule für Amchis einzurichten. Dieses Ausbildungszentrum gab später den Ausschlag dafür, dass die indische Regierung die tibetische Heilkunde (die auf buddhistischer Kosmologie basiert und vom ganzheitlichen Ansatz asiatischer Medizin beeinflusst ist) offiziell anerkannte.

Jeder Amchi muss eine vierjährige Ausbildung und ein Praxisjahr absolvieren, bevor er praktizieren darf. Pordié und seine Mitarbeiter von der Forschungs- und Entwicklungsagentur Nomad RSI richteten nicht nur Arzneibanken und Gesundheitszentren ein, sondern hielten auch Seminare und Schulungsworkshops ab. In Ladakh gibt es inzwischen 15 solcher Zentren für Heilkräuter, die von ehemaligen Studenten geführt werden.

Pordié lebt jetzt in Frankreich und arbeitet als Senior-Forscher im Centre National de Recherches Scientifique (CNRS). Im Jahr 2012 gründete er das internationale Netzwerk PharmAsia zur Erforschung industrieller Heilkräuter-Medizin.

  • 22

    Amchis erhielten eine professionelle Ausbildung

  • 75 %

    der Bevölkerung in Ladakh haben Zugang zu Amchi-Behandlungen

Programm

Rolex Preise für Unternehmungsgeist

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