Chanda ShroffGestickte Geschichte

Veröffentlicht: 2006clockLesezeit: 50s
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Mehr als 22 000 Bewohnerinnen des kargen Landstrichs Kutch im indischen Bundesstaat Gujarat verdanken Chanda Shroff eine grundlegende Verbesserung ihrer Lebensumstände. Sie erweckte die prachtvolle traditionelle Handstickerei der Gegend zu neuem Leben und verschaffte damit den dortigen Frauen eine nachhaltige Einkommensquelle.

OrtIndien

Seit Jahrtausenden verschönerten Kutchi-Frauen, die durch die Wüste ziehen und oft im Freien leben müssen, ihr hartes Los mit farbenfrohen Stickereien. Aber als Chanda Shroff 1969 die von Dürre geplagte Region besuchte, traf sie Familien, die gezwungen waren, diese herrlichen Erbstücke, und damit ein Stück ihrer eigenen Geschichte, zu verkaufen. Daher gründete Shroff die Nichtregierungsorganisation „Shrujan“, um den Familien bei der Anfertigung neuer Stickereien zu helfen, die auch eine bitter benötigte Einkommensquelle darstellten. Heute wird ihr Projekt als eines der erfolgreichsten Beispiele für Sozialunternehmen in Indien angesehen.

Mich hat die Misere der Kutchi sehr bewegt, besonders die der Frauen.

Mit ihrem „Design-Zentrum auf Rädern“ beförderte sie Stickerei-Ausstellungstafeln in entlegene Dörfer. Die durch diese Aktionen generierte öffentliche Aufmerksamkeit erhöhte auch die Abverkäufe der Arbeiten und verbesserte somit die Einkommen der Stickerinnen. Erst kürzlich, im Januar 2016, wurden ein von Shrujan gesponsertes „Living and Learning Design Centre“, ein Textilmuseum und eine Handwerksschule eröffnet, in denen sich außer Chanda Shroff selbst auch ihr Sohn und ihre Tochter engagieren. Sie vertreten die jüngere Generation, die ihre Arbeit zur Erhaltung von 16 verschiedenen Stick-Stilen fortsetzt. Chanda Shroff ist im August 2016 verstorben, aber in der Zukunft wird das Zentrum seinen Wirkungskreis über die Region hinaus ausweiten. Es möchte zur zentralen Anlaufstelle für Liebhaber schönen Handwerks werden und eine Schule mit Werkstätten für alle 22 Kutch-Handwerke aufbauen.

  • 22000

    Frauen aus rund 120 Dörfern haben insgesamt von der Organisation Shrujan profitiert

  • 3000–3500

    Stickerinnen arbeiten pro Jahr mit der Shrujan-Stiftung

  • 1200

    handgestickte Ausstellungstafeln wurden in der ersten Projektphase hergestellt

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