Erika CuéllarHüterin des Gran Chaco in Südamerika

Veröffentlicht: 2012clockLesezeit: 45s
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Der Gran Chaco ist eine der letzten noch wirklich wilden Gegenden Südamerikas, aber sein Ökosystem ist stark angegriffen. Die Naturschutzbiologin Erika Cuéllar schult Einheimische darin, die einzigartige Biodiversität der Region zu schützen.

OrtBolivien, Argentinien und Paraguay

Der staubfarbene Guanako, wilder Urahn des domestizierten Lamas, zog einst in riesigen Herden über die ausgedörrten Prärien Südboliviens. Doch dann tauchte der Mensch auf, holzte Bäume ab, stellte Zäune auf und machte Jagd auf das anmutige Tier.

Der Schutz des gesamten Chaco liegt mir am Herzen. Das Schicksal des Guanako weist auf das Schicksal einer ganzen Reihe von Arten hin, die kleiner und unauffälliger sind.

Die Zahl der Guanankos ging schnell drastisch zurück. Im Gran Chaco, einem riesigen tropischen Trockenwald, der sich über mehrere Länder – Bolivien, Paraguay und Argentinien – erstreckt, leben nur noch drei isolierte Populationen mit etwa 200 Tieren.

Erika Cuéllar bildete 17 indigene Bolivianer zu „Parabiologen“ aus und brachte ihnen die notwendigen Naturschutz-Methoden bei. Die Männer begannen, die Notlage der Guanakos zu dokumentieren und sich für eine verantwortungs­vollere Landnutzung einzusetzen. Erika Cuéllar arbeitet darauf hin, dass sich die hier lebenden Menschen selbst für den Schutz ihrer Natur verantwortlich fühlen.

Durch ihren unermüdlichen Einsatz glimmt inmitten der Zerstörung des Ökosystems im Chaco ein Hoffnungsschimmer auf. In Zusammenarbeit mit lokalen Naturschutz­biologen weitet sie ihr parabiologisches Schulungsprogramm auf Argentinien und Paraguay aus und bemüht sich, die drei Regierungen zu einer Zusammenarbeit zu motivieren.

Der National Geographic zeichnete Cuéllar 2013 als eine von 17 „Emerging Explorers“ aus, und im selben Jahr wurde sie von der bolivianischen Presse für ihre sozialen Leistungen als „Mensch des Jahres“ ausgezeichnet. Derzeit exportiert sie ihr Parabiologen-Konzept nach Oman, wo es ebenfalls vernachlässigte Trockenzonen gibt und die lokale Bevölkerung tiefgreifend in den Naturschutzprozess eingebunden werden kann.

  • 1 Million km²

    Gebiet des Gran Chaco

  • 4 Millionen

    Menschen leben im Gran Chaco

  • 90 %

    der Savanne sind in den letzten 40 Jahren im Gran Chaco verloren gegangen

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