Sonam WangchukEistürme in der Wüste

Veröffentlicht: 2016clockLesezeit: 50s
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Um den vor allem für die Landwirtschaft problematischen Wassermangel in der Wüstenlandschaft des westlichen Himalajas zu beheben, legt Sonam Wangchuk künstliche Gletscher aus Schmelzwasser an, die er Eisstupas nennt.

OrtLadakh

Im Frühjahr leiden die Bergbauern, die in den Bergen von Ladakh im Transhimalaja auf 3500 Metern ü. d. M. leben, unter akuter Wasserknappheit. Der ladakhische Ingenieur Sonam Wangchuk entwickelte eine erstaunlich einfache Lösung, konische Eishügel, die an die tibetischen Stupas erinnern, aus abfließendem Schmelzwasser der Gletscher anzulegen. Diese Eisstupas verhalten sich wie Minigletscher und geben in der Zeit, in der die Pflanzen Bewässerung brauchen, langsam Schmelzwasser ab.

Das Preisgeld wird dieses Projekt mitfinanzieren und die Eisstupas als Klimaanpassungsmaßnahme und Begrünungstechnik für die Wüste fördern.

Angelehnt ist Wangchuks Design an die Experimente des Ingenieurs Chewang Norphel, eines Kollegen aus Ladakh, der flache künstliche Gletscher angelegt hatte. Wangchuk kam jedoch zu dem Schluss, dass konische Eishügel die geringste Oberfläche haben und deshalb auch in niedrigeren Höhen in der Sonne besser geschützt sind und weitaus langsamer schmelzen als flache Eisfelder. Somit stellen sie eine praktikable Lösung dar. Der 2015 gebaute Prototyp wurde mittels einer Crowdfundingkampagne finanziert, die die Kosten einer 2,3 Kilometer langen Pipeline vom einem Schmelzwasserfluss bis hinunter zum Dorf deckte. Unten entstand ein Eisstupa, der bis Anfang Juli hielt und 1,5 Millionen Liter Schmelzwasser für die Bewässerung der 5000 von den Einheimischen angepflanzten Bäume lieferte.

Mit dem Preisgeld seines Rolex Preises will er bis zu 20 Eisstupas von rund 30 Metern Höhe anlegen und ein umfangreiches Aufforstungs­programm in der Nähe der von ihm gegründeten Schule durchführen, sobald das neue Schmelzwassersystem eingerichtet ist.

Wangchuk ist immer überzeugt gewesen, dass Bildung und ein sorgsamer Umgang mit der Umwelt Hand in Hand gehen sollten. Zusätzlich zu seiner Arbeit mit Jugendlichen in der SECMOL-Alternativschule (SECMOL: Students’ Educational and Cultural Movement of Ladakh) arbeitet er an der Planung einer alternativen Hochschule in der gleichen Region. An dieser Hochschule sollen junge Menschen aus dem Himalaja und anderen Gebirgsregionen nachhaltige Lösungen für die Heraus­forderungen entwickeln, mit denen sie konfrontiert sind.

  • 20 Eisstupas

    will Wangchuk anlegen; sie werden jeweils zehn Millionen Liter Wasser liefern

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Rolex Preise für Unternehmungsgeist

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