Jo ThompsonBezaubert von Bonobos

Veröffentlicht: 2004clockLesezeit: 50s
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Die Amerikanerin Jo Thompson ist seit ihrer Kindheit von Bonobos fasziniert und hat Jahrzehnte dem Erhalt dieser „bezaubernden“ Geschöpfe in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) gewidmet, wo sie Feldforschung durchführte und mit lokalen Gemeinschaften an Erhaltungsmaßnahmen arbeitete.

OrtDemokratische Republik Kongo

Die DR Kongo ist heute das weltweit einzige Land mit frei lebenden Bonobos. Sie gehören zu unseren nächsten Verwandten und ähneln dem Menschen durch ihren aufrechten Gang und ihre Kommunikationsfähigkeiten einschließlich ihrer Mimik. Sie gelten als seltenste Art der Menschenaffen und sind zunehmend vom Aussterben bedroht.

Die Bonobos haben mich dazu gebracht, in die Demokratische Republik Kongo zu reisen, aber sie sind nicht der einzige Grund, warum ich immer wiederkomme. Die Menschen und ihre Gemeinschaften üben inzwischen eine noch größere Anziehungskraft aus, da ich besorgt über ihre Umwelt insgesamt bin.

Die Anthropologin und Primatenforscherin Jo Thompson hat ihr Leben ihrem Schutz gewidmet. Sie bildete die lokale Volksgruppe der Lyaelima für den Schutz der Tiere gegen Wilderer und den Verlust ihres Lebensraums aus und arbeitete gemeinsam mit kongo­le­sischen Behörden an Forschungs­datenbanken, um die Gewohnheiten der Affen besser zu verstehen. 1992 rief sie das Wildtier-Forschungsprojekt Lukuru ins Leben, um Bonobos zu schützen, die trotz des Bürgerkrieges überlebt hatten. 1998 kaufte sie 34 Quadratkilometer unberührten Terrains und gründete das Tierschutzgebiet Bososandja.

Für ihre Bemühungen um ein harmonisches Miteinander von Menschen und Affen erhielt sie 2004 einen Rolex Preis. Das Zusammen­leben zwischen Jägern und gefährdeten Tieren mag nach einer fatalen Mischung klingen, doch sie glaubt, dass die Lyaelima keine Bedrohung sondern im Gegenteil die größte Hoffnung für die Bonobos darstellen.

Thompson, die weiterhin das Lukuru-Projekt leitet, reist zweimal im Jahr aus Ohio in die DR Kongo, wo sie unterrichtet, schreibt und um finanzielle Unterstützung für ihr Projekt wirbt.

  • 30 000

    Bonobos leben schätzungsweise in der Demokratischen Republik Kongo

  • 600

    Bonobos leben im 1998 von Thompson gegründeten Tierschutzgebiet Bososandja

  • 7

    Jahre war Thompson alt, als sie einen in einem Kinderbuch fälschlicherweise als Schimpansen bezeichneten Bonobo richtig identifizierte

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